3/09/2012

Tag #66

 ,, Und jetzt genau da wo du liegst, dein eigenes kleines Alaska - so kalt, so verlassen und leer. Die Welt zwischen lüsternen Blicke und dem Klang vom Untergang deiner zitternden Lippen. ''

Alles ist dunkel. Ich kann nichts sehen, nichts hören. Garnichts, bis auf meinen zitternden Atem. Aufeinmal sehe ich etwas; etwas weißes. Ein Licht, ein Funke oder auch nur ein Gedanke. Es wird größer und ich spüre wie sich meine Pupille verändert. Nun ist alles weiß - träume ich? Ich wende meinen Kopf etwas zur Seite und kann einen schwarzen Umriss erkennen. Ist es ein Baum? Eine Tanne? Mein eigener Schatten? Je öfter ich blinzle, desto klarer kann ich sehen. Ich bemerke dass ich mich nicht bewegen kann, nicht mal meinen Fuß. Ich spüre wie eine Träne fließt, meine Wange runter zu meinem Hals. Einfach so oder mit Grund? Da bemerke ich dass ich mich wieder spüre.

,, Inmitten von 'alles wird gut' und 'ich habe den Mut' steht ein 'bitte komm zurück in der Farbe von Blut'. Trotz dem Gefühl, dass ein Ende sich nähert, schlägt es tapfer, dein emsiges Herz. ''

Ich weiß nicht mehr, wie lange ich da liege, inmitten von ... Garnichts. Doch mit einem Mal durchzgog mich ein Blitz, aus dem Kraft wurde und ich nach vorne schnellte. Erst jetzt bemerkte ich dass ich im Schnee sitze. Darauf folgt die Frage wie ich hier her gekommen bin, doch ich erhalte keine Antwort. Von wem auch? Ich fühle den kalten Schnee in meiner Faust, der sofort zu Wasser wird und wieder fließen die Tränen. 'Ich werde aufstehen', denke ich mir, 'ich werde aufstehen und suchen'. Bleibt nur noch die Frage WONACH ich suchen werde. Doch mit einem Mal bleibe ich wie erstarrt stehen - Ich bin UMGEBEN von Eis und Schnee ... und Stille. Und genau das ist dass was mir am meisten zu schaffen macht; diese unendliche, nicht zu unterbrechende Stille die so viel zu sagen hat. Ich kann aus der Stille Schreie und Gelächter hören.

,, Da wo du liegst. Aus dem Bergeversetzen wurd' ein Meer von Komplexen. Im Verbergen ansetzen, ein Wettbewerb im Verletzen. Vorm gekehrten der letzten Scherben im Haus, willst du zuhören, doch Schmetterlinge sterben so laut. '' 

Je weiter ich gehe, desto lauter werden die Geräusche und mit einem Mal erkenne ich: das sind keine fremden Stimmen, keine Fremden Leute die erfeut lachen, keine Fremden Leute die weinen - das bin ICH. Ich höre mich selbst, hier mitten im Nirgendwo. Ich höre mich selbst, in allen meinen Facetten. Als ich weinte, als ich lachte, als ich schrie. Mir steigen wieder die Tränen hoch und ich bemerke; Ich bin hier gefangen, hier ist nichts als dieses weiße Monster das mich überallhin verfolgt. Egal wieviel und wie lange ich rennen würde, es würde nie ein Ende geben. Die Stimmen in meinem Kopf wurden immer lauter, waren nun nicht mehr zu unterdrücken. Und da durchfuhr es mich: Mein Leben ist viel zu schön um über schlechte Tage nachzudenken. Gott hat das beste daraus gemacht und nun liegt es an MIR das beste daraus zu machen. Denn es gibt immer Leute denen es schlechter geht als mir.

Vielleicht liegt der Sinn einfach darin, das Herz aufgehen zu lassen und damit die Gletscher und Eismassen zum Schmelzen zu bringen. Vielleicht liegt der Sinn einfach darin, aus dem Holz der Tannen ein Haus zu bauen, in dem man sicher ist.      Ja, vielleicht.



Und ein fettes 'DANKE' an Benjamin, dem Menschen der mit Wörten ganze Leinwände malt.
ich liebe dich c:

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