Kaffeeatmen. Ganz dicht, neben mir. Oder über mir? Vielleicht ist es auch mein eigener. Ich weiß nicht mehr wo Links und Rechts sind, bin umgeben von Menschen die mich schubsen und mitreißen. Tausende Gesichter kommen mir entgegen, manche lachend, manche kreidebleich, manche leer und ausdruckslos und manch eins sogar voller Wut. Von der scheinenden Sonne bekomme ich nichts mit, ich fühle mich so klein. Klein und bedeutungslos. Es ist einer dieser dämlichen Slowmotion-Momente die kommen, wenn man sie garnicht braucht. Ich will einen Schritt vorangehen und ich bin überzeugt ich würde es auch schaffen, wenn die Menschenmassen mich nicht daran hindern würden. Sie stören mich so, ich will so stark sein wie sie und sie auch wegschubsen. Aber vielleicht bin ich ja das Problem; vielleicht bin ich die jenige, die die falsche Richtung eingeschlagen hat und denkt es wäre richtig so..?
Ich bin voller Gefühle, finde aber nicht die Worte für sie. Alles geschieht so schnell, alles zieht in Lichtgeschwindigkeit vorbei und ich lasse mich einfach von der Masse tragen. Als würde ich träumen lasse ich mich steuern. Will ich das alles hier überhaupt?
Ich sehe dieses Bild immer wieder vor mir aufblitzen. Die beiden, nebeneinander in der Sonne, sitzen mit dem Rücken zur Wand. Sie sind so glücklich, sorglos zusammen. Und kennen sich dabei erst seit zwei Tagen. Wieso kann das bei uns nicht so sein - wieso bin ich nur so verklemmt?
Die Antwort finde ich hier, in den Menschenmassen:
Ich bin das Problem. Ich bin der Lachs der gegen den Strom schwimmt. Ich bin die, die den Weg eingeschlagen hat. Ich habe mich nicht mehr unter Kontrolle.
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